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Auto reinigen und polieren

Wie kann ich ein Fahrzeug richtig polieren damit es wieder in neuem Glanz erscheint und was muss ich bei der Vorbereitung, bei der Materialwahl und beim polieren alles beachten? Dafür muss sowohl die Produktewahl als auch die richtige Technik beim Polieren angewendet werden. Bei beiden Punkten gibt es viele Variablen, welche das Ergebnis entscheidend beeinflussen können. Mit viel Know-how, der nötigen Sorgfalt und den richtigen Hilfsmitteln können fast alle Fahrzeuge in neuem Glanz erstrahlen.

Vorbereitung und Autoreinigung

Für ein perfektes Schlussresultat ist die Vorbereitung nicht zu vernachlässigen. Je besser und intensiver die Vorarbeiten erledigt werden, desto einfacher werden die Folgeschritte beim polieren von Fahrzeugen. Das Fahrzeug reinigen wir in einem ersten Schritt mit einer sorgfältigen Handwäsche oder in der Waschstrasse. Dabei muss der Frontpartie besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Insekten, Teer, Flugrost und andere Verschmutzungen müssen möglichst entfernt werden. Dies bewältigen wir mit einer Reinigungsknetmasse. Erst wenn das ganze Fahrzeug sauber und trocken ist, starten wir mit der Lackaufbereitung. Vorher kleben wir noch alle Gummidichtungen und nicht lackierte Plastikteile ab.

Material und Maschinenwahl

Die Auswahl der passenden Maschine ist bereits ein wichtiger Schritt, denn die Wahl hängt dabei stark von den Kratzern sowie dem Alter und Zustand des Lackes ab. Wenn der Lack tiefe Kratzer hat kann es sein, dass eine Exzentermaschine nicht ausreicht. Dann ist der Griff zum Rotationspolierer notwendig. Die Wahl des Pads und der Politur fliessen natürlich auch noch in die Wahl der Maschine mit ein. Mit so vielen Variablen kann keine generelle Aussage zur Wahl getroffen werden. Die Wahl muss für jedes Fahrzeug und sogar für jede Fläche auf dem Fahrzeug individuell getroffen werden. Erfahrungswerte helfen dabei entscheidend, um die Oberflächen effizient zu polieren.

Detailarbeit mit Rupes Nano iBird Poliermaschine
RUPES Nano iBird

Rotationspolierer

Der Rotationspolierer ist mit seiner einfachen Drehung ideal für tiefe Kratzer und andere Lackdefekte. Kleine „mini“ Polierer haben auch das Prinzip der Rotation. Mit diesen Minipolierer können kleinere Oberflächen wie Rückspiegel oder Teile der Stossstange behandelt werden. Der Nachteil von Rotationspolierer ist die Hologramm Bildung. Hologramme sind wie kleine Wolken im Lack und sind nur bei dunklen Farben sichtbar. Auf dem Foto sieht man unten rechts wie Hologramme aussehen. Vielfach sieht man diese nur bei genügend Licht oder draussen, darum ist es wichtig nach jedem Arbeitsgang das Ergebnis zu kontrollieren.

Hologramme in Motorhaube bei dunklen Lacken
Hologramme

Die Hologramme lassen sich mit einem Exzenterpolierer wieder entfernen. Dies ist jedoch eine zeitintensive Arbeit und sollte, wenn möglich verhindert werden. Tiefere Kratzer lassen sich in der Regel auch mit den passenden Pads und Polituren mit einer Exzenter Maschine entfernen.

Exzenterpolierer

Wie der Namen schon andeutet, dreht diese Maschine mit einer exzentrischen Bewegung, dass heisst mit einer einfachen Drehung und einer versetzten Drehung. Mit dieser Maschine können keine Hologramme erzeugt werden. Mit kurzen Lammfell-Pads und der passenden Schleifpolitur können auch tiefere Kratzer entfernt werden. Hologramme lassen sich mit der Exzentermaschine auch gut entfernen. Auch bei den „mini“ Polierer gibt es Aufsätze um die Exzenterbewegung zu erzeugen. Grundsätzlich bevorzugen wir die Exzenterpolierer und greifen nur dann zum Rotationspolierer, wenn es wirklich notwendig ist.

Polierpad und Lammfell

Die Pads gibt es in unterschiedlichen Grössen und Härten. Auch wird unterschieden zwischen Polierschwämmen und Mikrofaser-Pads. Für Schleifpolituren werden die groben Polierschwämme verwendet. Hier können alternativ auch die Lammfelle genutzt werden. Mittlere Polierschwämme können für kleinere Lackschäden verwendet werden. Die feinen Schwämme erzeugen keinen oder nur einen minimalen Abtrag und werden für das Wachsen eingesetzt. Hierfür können auch die Mikrofaserpads verwendet werden. Die Grösse der Pads wird je nach Stelle am Fahrzeug gewählt. Je grösser die Fläche, desto grösser kann das Pad gewählt werden. Für besonders unebene Stellen kann ein Zwischenschwamm verwendet werden. Dieser wird zwischen dem Pad und dem Stützteller montiert und verhindert so das Durchpolieren.

Wichtig bei allen Härten und Arten ist, dass das Material immer zuerst gereingt wird. Eingetrocknete Politur kann feine Kratzer hinterlassen und erhöht die Temperatur beim polieren. Desweiteren muss natürlich die Politur auf das Pad oder Lammfell abgestimmt sein, sonst erzielt man nicht das gewünschte Ergebnis.

Politur und Wachs

Die Wahl der Politur ist wiederum abhängig von der Arbeit und dem zu bearbeitenden Teil. Bei tiefen Kratzern oder anderen Lackschäden wird zuerst einmal eine Schleifpolitur benötigt. Viele Schleifpolituren hinterlassen auch schon einen tiefen Glanz und unterstützen so den nächsten Arbeitsschritt. Für den zweiten Schritt werden die Hochglanzpolituren verwendet. Mit diesen kann einen enormen Glanz erzielt und Hologramme & Wolken entfernt werden. Die Wahl der Politur ist wiederum abhängig vom Lack und den restlichen Variablen wie das Polierpad oder auch der Technik beim Polieren. Wir arbeiten hier mit Polituren von Meguiar’s. Zum Schluss kann das Fahrzeug noch mit einem Wachs bearbeitet werden, denn mit einem solchen Finish kann die Oberfläche nochmals gereinigt und versiegelt werden. Ähnlich wie bei der Lackversiegelung, entsteht so ein Abperlverhalten auf der Oberfläche. Auch hier verwenden wir verschiedene Wachse von Meguiar’s.

Technik beim Polieren

Bisher haben wir eine Menge über Material und Maschinen gehört. Die Technik beim Polieren spielt aber eine genau so grosse Rolle für das Ergebnis. Mit kleinen Änderungen kann viel bewirkt werden. Starten wir mit der Fläche. Bei Kratzern und Lackschäden sollte immer eine kleine Fläche bearbeitet werden. Nur so können die Schäden gezielt bearbeitet werden. Türgummis und Plastikteile in der Nähe sollten immer abgeklebt werden. Politurreste in Plastikteilen können nur hartnäckig entfernt werden. Als nächste Variable nehmen wir die Drehzahl der Maschine. Bei Rotationspolierer wird die Drehzahl niedriger gewählt als bei exzentrischen Maschinen. Hier liegt die Drehzahl bei ca. 3’500-5’000 U/Min. Die dritte Variable ist der Druck auf die Lackoberfläche. Die Maschine kann mit leichtem Druck geführt werden aber es ist nicht notwendig oder sogar negativ, wenn man zu viel Druck ausübt. Die erhöhte Reibung würde zu Überhitzung führen.

Auch der Winkel ist ein entscheidender Punkt. Grundsätzlich sollte das Pad komplett aufliegen. Nur mit genügend Know-how und mit äusserster Vorsicht, kann das Pad auch mal abgewinkelt werden. Als letztes sollte auch ein besonderes Augenmerk auf die Bewegung gelegt werden. Konstante und nicht zu schnelle Bewegungen helfen, ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Fazit

Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für ein perfektes Polierergebnis. Viele Variablen können verändert werden und wirken sich wiederum auf andere Punkte aus, dass macht die ganze Geschichte nicht einfacher aber auf jeden Fall interessant und anspruchsvoll. Obwohl sich der grösste Teil in diesem Post um das Material dreht, ist die Technik nicht weniger wichtig. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Erfahrung für ein gutes Ergebnis sehr entscheidend ist. Falls Sie einen Eigenversuch gestartet haben und nicht zufrieden sind mit dem Resultat oder Sie von Anfang an finden, dass dies nichts für Sie ist, dann sind wir gerne für Sie da. Seit vielen Jahren haben wir Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und eine grosse Anzahl an Material und Maschinen getestet. Zögern Sie nicht und buchen Sie online einen Termin bei uns.